Die Bellevue-Chronik

Es begann, als der Gründer Josef Breitbach im November 1887 ein Wohnhaus mit Garten, die „Villa Mosel“
in der Rheinallee von Boppard ersteigerte.

1. Generation – Ära des Aufbaus

1858 geboren und aufgewachsen im elterlichen Wirtshaus mit Weinbau an der „Weiler Bach“ unweit von Boppard trieb es ihn schon früh in die Welt, um als Kellner u.a. in Wiesbaden, Cannes, San Remo, Bern und Monaco Erfahrungen zu sammeln. Zusammen mit seiner Frau Laura, einer Bopparder Wirtstochter, kaufte er im Laufe der Jahre die beiden angrenzenden Hotels „Rheinhotel“ und „Bellevue“ nebst dem dazwischenliegenden Gässchen.

Im November 1910 reisst Josef Breitbach zum „Rheinhotel“ und erstellt in nur einem halben Jahr „erstmals unter Zuhülfenahme von elektrischem Licht“! in Tag- und Nachschicht den noch heute markanten Bau.
Mai 1911 Wiedereröffnung als „Grand Hôtel Bellevue“, u.a. mit 3 Zimmern mit Privatbädern, einem Telefonanschluß: Boppard Nr. 2 (die Nummer 1 hatte das Krankenhaus) und Zentralheizung.

2. Generation – Schwierige Zeiten während und zwischen den Weltkriegen

1928 übernimmt die Tochter Laura Breitbach, zwischenzeitlich verheiratet mit dem Rechtsanwalt Dr. Fritz Fußhöller, das Hotel. Trotz der schweren Zeiten nach dem Krieg und hoher Inflation erstellt sie 1930 einen Neubau mit 28 Betten. (Heute finden Sie dort u.a. den Tagungsraum „Atelier“)

Anfang 1934: Gründung der ersten deutschen Hotelkooperation „Die 6 vom Rhein“ mit den Betrieben „Die Bastei“ in Köln, „Dreesen“ in Bad Godesberg, „Fürstenberg“ in Remagen, „Riesenfürstenhof“ in Koblenz, „Bellevue“ in Boppard, „Schwarzer Bock“ in Wiesbaden. Diese Kooperation existiert bis zum Kriegsausbruch 1941.

Ähnlich wie während und nach dem 1. Weltkrieg so wird auch ab 1941 das Hotel als Kriegslazarett beschlagnahmt und nach dem Krieg bis 1949 für Offiziere der Besatzungsmächte genutzt. Als das Hotel an die Eigentümer zurückgegeben wird, ist es total geplündert:. Laura Fußhöller beginnt von vorne.

3. Generation – gekennzeichnet von Neubauten und Innovationen

Ab 1951 unterstützt der Sohn Horst Fußhöller, im Übrigen Träger des Bundesverdienstkreuzes, zusammen mit seiner Frau Lissy, Tochter des Schreinermeisters Henrich aus Boppard seine verwitwete Mutter.

Bereits 1952 wird das Hotelgrundstück durch einen Hausankauf abgerundet und die Küche und der Wirtschaftstrakt vergrößert. 1965 folgt der Bau des Spezialitätenrestaurants „Pfeffermühle, des Wintergartens, der Bar und des Dudelkellers.
1973 werden die „Villa Mosel“ sowie dahinterliegende Gebäudeteile abgerissen und auf einer hochwassersicheren Betonwanne entstehen 4 Etagen, Schwimmbad, Sauna, Kongressetage und Dachterrasse.
1985/1986 wird eine weiteren Altbauteil abgerissen. Es entstehen 14 Zimmer, die „Rheingold-Suite“ und die Wellnessabteilung mit Sauna, Türk. Dampfbad, Massageraum und Panorama-Ruheraum.

4. Generation – Sicherung des Erbes durch Hinwendung zum Jugendstil

Mitte 1994 übernehmen die Urenkelin des Gründers und Ihr Mann, Doris und Dr. Jan Gawel die Verantwortung für den Betrieb.

Während eines Jahrzehnts erfolgt eine totale Innen- und Außenrenovierung und –möblierung, alles unter dem Gesichtspunkt, dem Hotel den Flair seiner Erstehungszeit wiederzugeben. Dies zieht sich wie ein Faden vom Entree bis zum Hotelzimmer. Neueste Technik hält gleichzeitig Einzug.
2000 wird der Festsaal „Le Bristol“ im Stile der Gründerzeit umgestaltet – 2002: Aus dem Restaurant „Pfeffermühle“ wird nun das „Le Chopin“ und betont damit den Aspekt der Kultur, der man sich in dem Hotel verschrieben hat. 2004: Mit der Umgestaltung des Chopin verschreiben wir uns dem Jugendstil.

Und - 2003 –40 Jahren nach dem Verkauf der letzten Weinberge – nennen wir wieder einen Weinberg im Bopparder Hamm, bestockt mit Riesling und Kerner, unser eigen und pflanzen zusätzlich Weinbergspfirsichbäume.

Viele Menschen, die in die Geschichte eingegangen sind, haben uns im Laufe des Jahrhunderts besucht:
So z.B. 1928 der „Eiserne Gustav“, 1934 König Rama V von Siam (heute Thailand), 1945 General Patton, 1958 Fritz Walter, Juliette Greco, O.W. Fischer, Dagmar Altrichter, 1950 Theodor Heuss, 1961 Willy Brandt, 1970 Walter Scheel, Dr. Bernhard Vogel, Kurt Biedenkopf, 1993 Der Kaiser von Japan und Bundeskanzler Helmut Kohl.

120 Jahre - und kein Ende abzusehen - denn die 5. Generation hat sich auch schon für die Hotellerie entschieden.
Marek, unser Ältester, lernte den Beruf des Hotelkaufmanns bei Hermann Bareiss in Baiersbronn. Es folgten Stationen im Grandhotel Kronenhof in St. Moritz – Pontresina (CH), Jean-Paul Jeunet in Arbois (F) und Paul & Marc Haeberlin in der Auberge de L’Ill in Illhaeusern (F). Zur Zeit studiert er internationales Management in Reutlingen.
Liza, unsere Zweite, von 2001-2003 Weinkönigin von Boppard, lernte bei Roland Burtsche im „Colombi“ in Freiburg. Nach „Lampart’s Art of Dining“ bei Basel (CH) und der „Cheserey“ in Gstaad (CH) ist sie derzeit im Soel`ring Hof auf Sylt.
Abel, unser Jüngster, zwar verbunden mit der Hotellerie, hat seine Berufung in der Wissenschaft entdeckt und studiert Maschinenbau an der Universität in Karlsruhe.


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